„Hüttenkracher“ lieben Teamarbeit
Beschreibung
Noch nie zuvor haben so viele Kinder an dieser Ferienaktion der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) der Gemeinde Rosendahl teilgenommen. „Darüber haben wir uns sehr gefreut“, sagt OKJA-Leiter Sebastian Nienhaus. Gemeinsam mit seinen Kollegen Malte Leutermann und Yannik Lammers hat er den Bauspielplatz vorbereitet. Nur durch zusätzliches Personal habe die Aktion gestemmt werden können.
„Das war der Schlüssel zum Erfolg“, kommentiert Nienhaus. Sieben Mitarbeiter der Offenen Ganztagsschulen Darfeld und Osterwick sowie weitere ehrenamtliche Unterstützer, darunter auch Jonas (14) aus der Jugendfeuerwehr vom Löschzug Darfeld, sind mit im Boot, als die Kinder seit vergangenen Montag ihre Häuser aus 400 Holzpaletten zimmern. Insgesamt entstehen 13 Hütten, die die 13 Gruppen mit viel Liebe zum Detail errichten. Jeder Gruppe stehen zwei Betreuer zur Seite, davon immer einer mit Erfahrungen in der Jugendarbeit.
Für jedes Haus stehen 30 Paletten, eine Säge , ein Stemmeisen, ein Hammer und Nägel zur Verfügung. Doch die Kinder wissen auch ganz genau, dass alle Arbeitsschritte stets im Beisein der Betreuer erfolgen sollen. „Wir haben unsere Sicherheitsvorschriften“, betont Sebastian Nienhaus.
Franz und seine Gruppe nennen ihr Holzhaus „Die Hüttenkracher“. Sein Kamerad Toni zeigt sich begeistert von der Aktion: „Das macht uns unglaublich viel Spaß, gemeinsam an unserer Hütte zu basteln. Wir lieben Teamarbeit.“ Nach getaner Arbeit freut sich Simon am meisten auf den Nachtisch. Denn die 150 Kinder nehmen in einem Zelt auf dem Gelände gemeinsam ihr Mittagessen ein. Am fünften und letzten Tag stehen Hackbällchen auf dem Speisenplan.
Sebastian Nienhaus, Leiter der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Rosendahl
Die Jungengruppe um Anders hat in ihrer Hütte einen Baumarkt eröffnet. Anders holt sich bei Sebastian Nienhaus Hilfe beim Basteln eines Hockers. Der hilft gerne. Immer wieder ist auf dem Gelände zu hören: „Sebi, kannst du mal bitte kurz schauen.“ Die Mädchen machen den Jungs mit ihrem eigenen Bauhandel Konkurrenz. „Paulina und Stella sind unsere Chefinnen“, rufen sie. Thea meint: „Ich bin nur Mitarbeiterin, aber übernehme ganz viele Aufgaben in unserem Geschäft.“ Die Nägel werden kurzerhand zum Zahlungsmittel für den Kauf eines Stückes Holz. Die Betreuer Suleyman (OGS Osterwick), Gloria und Lea zeigen sich begeistert vom Einfallsreichtum der Kinder.
Moria, Emily und Marie legen auf der Bank vor ihrem „Traumhaus“ eine Ruhepause ein. Betreuerin Yvonne Clasvogt (OGS Darfeld) ist erstaunt, wie viel Kraft und Energie die drei Mädchen in ihr Projekt gesteckt haben. „Sie sind ein eingespieltes Team.“
Nach so viel harter Arbeit ist es Zeit, sich auf den beiden Hüpfburgen auf dem Gelände auszutoben oder Fußball zu spielen. Am Freitagnachmittag bestaunen die Eltern die Hütten der Kinder, die auf dem Bauspielplatz nicht nur viel Spaß gehabt, sondern auch viel gelernt haben, ist sich Sebastian Nienhaus sicher. Für ein gemeinsames Projekt müssen sie planen, sich abstimmen, einander zuhören, Aufgaben verteilen und übernehmen. „Das schweißt zusammen.“ Zum Teil haben die jungen Teilnehmer auch neue Freundschaften geknüpft.
Für die kostenlose Anlieferung der Paletten sei die OKJA der Spedition Vortkamp sehr dankbar. Ein Mitarbeiter von Landtechnik Hülsken habe unentgeltlich die Paletten auf dem Gelände verteilt. Unterstützung habe die OKJA auch vom Unternehmen Sika und einem Billerbecker Betrieb erhalten. Für das Nutzen der Zelte habe man einen „guten Kurs“ vom Unternehmen „For Fun“ aus Darfeld bekommen. Westfalia Osterwick habe das Gelände kostenlos zur Verfügung gestellt. „Auch die Gemeinde Rosendahl hat uns finanziell unterstützt“, sagt Sebastian Nienhaus.
Franz würde am liebsten mit allen 150 Kindern auch in der kommenden Woche weiter an der Hütte bauen. Doch am gestrigen Freitag ist die Aktion beendet worden. Seine Arbeitslatzhose bleibt aber nicht auf Dauer im Schrank hängen. Denn der Grundschüler trägt sie als Sohn eines Landwirts immer mal wieder.


